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Bundes-eaf begrüßt Zehnten Familienbericht – klare Forderungen für gerechtere Familienpolitik

Im Rahmen einer Veranstaltung der Arbeitsgemeinschaft der Familienverbände (AGF) zur Vorstellung des Zehnten Familienberichtes durch Prof. Dr. Michaela Kreyenfeld (Vorsitzende der Kommision) und Prof. Dr. Miriam Beblo (stellv. Vorsitzende) bezogen die bundesweit tätigen Familienverbände Stellung.

Stellungnahme der eaf-Bund

Die eaf-Bund unterstützt viele Impulse des Zehnten Familienberichts der Bundesregierung, insbesondere den ganzheitlichen Blick auf Familienverläufe. Zahlreiche Empfehlungen der Kommission decken sich mit langjährigen Forderungen der eaf – wie etwa der Neubestimmung des kindlichen Existenzminimums, der finanziellen Entlastung Alleinerziehender oder der besseren Berücksichtigung von Trennungskindern im Grundsicherungsrecht.

eaf bleibt kritisch

Kritisch sieht die eaf jedoch bestimmte Begriffe wie „vermeintlich alleinerziehend“ oder „geteilte Betreuung“, da diese die Realität vieler Alleinerziehender verzerren. Die Mehrheit trägt die Hauptbetreuung ihrer Kinder allein – das müsse sichtbar bleiben. Auch fordert die eaf klar definierte Betreuungsmodelle, um empirische Erhebung und rechtliche Bewertung zu ermöglichen.

Fehlende geschlechtsspezifische Differenzierung beim Thema ökonomische Eigenständigkeit sowie der unterbelichtete Unterhaltsaspekt sind weitere Kritikpunkte. Die eaf fordert, die finanzielle Verantwortung des zweiten Elternteils stärker zu betonen.

Nun ist die Politik gefragt

Positiv bewertet die eaf die Vorschläge zur gleicheren Verteilung unbezahlter Sorgearbeit und begrüßt das Ziel eines symmetrischen Elterngeldmodells. Sie schlägt jedoch ein erweitertes Modell mit 6+6+6 Monaten vor und fordert zusätzlich eine gesetzliche Familienstartzeit.

Die Stärkung der Kinderrechte und -beteiligung wird befürwortet – jedoch mit dem Appell, Kinder nicht mit Entscheidungsverantwortung zu überfordern. Ebenso unterstützt die eaf bessere Schutzmechanismen vor häuslicher Gewalt und fordert verpflichtende Fortbildungen für Fachkräfte im Familienrecht.

Gedanken zur Jahreslosung 2026

Gott spricht: „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5)

Wow! Dies war der erste Gedanke, welcher mir beim Blick auf die diesjährige Losung 2026 in den Kopf schoss.

„Siehe, ich mache alles neu!“, was für einige bedrohlich klingen mag, wäre für andere ein dringendes Erfordernis und längst überfällig. In einer Welt, in der in den ersten Tagen des neuen Jahres weltpolitisch alles über den Haufen geworfen worden zu scheint und man das Gefühl bekommen könnte, Regeln und Normen die noch vor kurzem galten, sind bereits seit langem nicht mehr valide, besteht zeitgleich der Wunsch danach, anderes doch einmal im Grundsatz zu ändern (zu verbessern?)

In der Offenbarung 21,5 schrieb der Apostel Johannes, während seiner Verbannung auf die Insel Patmos, von Gottes Offenbarung an ihn, mit einer Vision vom Endes der Welt. Oder von einem Ende der Welt, wie wir sie kennen?

Für mich liegt ein wichtiger Akzent dieser Botschaft und Losung, im Wort „neu“. Gottes Worte beschreiben keine Reparatur, Rückkehr zu Vergangenem oder Nostalgie. Sie beschreiben etwas Neues, etwas bisher nicht Dagewesenes, eventuell sogar noch nicht Gedachtes oder Vorstellbares.

Ich möchte diese Jahreslosung mit Blick auf Familie positiv verstehen und deuten.

Viele Familien erleben aktuell hohe Belastungen, vor allem mentale Belastungen, brüchige Sicherheiten, das Gefühl den gesellschaftlichen Erwartungen kaum noch gerecht zu werden und den eigenen Ansprüchen ohnehin nicht. „…ich mache alles neu!“ kann in diesem Kontext als entlastende Botschaft gelesen werden. Nicht alles liegt in eurer Hand. Ihr müsst nicht aus eigener Kraft ein System stabil halten.

Wechselt man die Perspektive, kann sich ein ermutigender Gedanke bahnbrechen.

Familie muss nicht immer „funktionieren“ auch nicht wie „früher“. Nähe, Sorge und Verantwortung dürfen neu gedacht werden – generationsübergreifend, vielfältig, solidarisch. Auch Brüche (Trennung, Krankheit, Migration, Armut) sind kein Ende von Familie sondern oft der Ort, an dem Neues entsteht.

Für mich soll die Losung 2026 nicht als blinder Optimismus verstanden werden. Sie verschweigt nicht die Fragilität unserer Gesellschaft, unserer demokratischen Strukturen, die Vereinzelung vieler Menschen und die Überforderung von Familien. Sie setzt meiner Meinung nach jedoch einen Kontrapunkt gegen Zynismus und Rückzug.

Gott sagt nicht: Ihr macht alles neu.

Gott sagt: „Ich mache alles neu!“

Darin liegt die Hoffnung: dass wir dem Neuen nicht ausgeliefert sind, sondern ihm vertrauend entgegensehen dürfen.

Marvin Schmidt/ Geschäftsführer eaf-nrw

„NRW bleib sozial!“ – Kundgebung am 19. Oktober 2023 um 11:55 Uhr vor dem Landtag in NRW

Die Freie Wohlfahrtspflege NRW ruft auf zu einer Kundgebung vor dem Landtag. Es ist fünf vor zwölf, viele Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege sind am Limit.

Wir laden daher ein zur Kundgebung vor dem Landtag in Düsseldorf. Die Kundgebung beginnt um 11:55 Uhr und ist bis 14 Uhr geplant. Die Sammelphase beginnt ab 11 Uhr, der genaue Standort wird uns noch von der Polizei zugewiesen, hierüber informieren wir.

Eingeladen sind all die Menschen, die von der prekären Lage in den Einrichtungen und Diensten betroffen sind und am 19.10. darauf aufmerksam machen möchten. Wir sind viele, wir sind bunt und wir sind das soziale Netz der Gesellschaft!

Ob Kita, OGS oder Migrationsbereich, Beratungsstellen und andere Dienste, die soziale Träger-Landschaft der Freien Wohlfahrtspflege ist vielfältig und jede*r soll sich beteiligen können.

Sehr gerne können Sie mit diesem Aufruf die Einrichtungen und Dienste der Freien Wohlfahrtspflege über den Aktionstag informieren und zur Kundgebung einladen, je mehr wir sind, desto besser und lauter! Ausdrücklich sollen sich auch Eltern, Kinder, Angehörige und alle Nutzer*innen unserer Einrichtungen beteiligen können, da diese im Besonderen von den drohenden Konsequenzen betroffen sind.

Kinder- und Familienfest der NRW-Landesregierung in Bochum

Am 18. Juni fand in Bochum das Familien- und Kinderfest der Landesregierung NRW statt. Die erf-nrw war durch die Landesarbeitsgemeinschaft Familie NRW dort vertreten.

Neben Gesprächen mit Politiker:innen, stand der Austausch mit den Familien im Mittelpunkt des Tages für die LAG Familie NRW.