Schluss mit unsanierten Schulen, erschöpften Erzieher*innen und verkürzten KiTa-Öffnungszeiten!
eaf-Bund fordert gemeinsam mit Ratschlag Kinderarmut massive Stärkung der sozialen Infrastruktur für Kinder und Familien
Der Ratschlag Kinderarmut – ein Zusammenschluss von 52 Akteur*innen aus Zivilgesellschaft und Wissenschaft, darunter auch die eaf – fordert in einer gemeinsamen Erklärung die Bundesregierung auf, jetzt entschlossen in die soziale Infrastruktur zu investieren. Besonders Kinder und Familien in Armut sind auf funktionierende Bildungs-, Betreuungs- und Unterstützungsangebote angewiesen. Investitionen in Kinder und Jugendliche sind als Investitionen in Wohlstand und Demokratie zu begreifen.
„Der Koalitionsvertrag verspricht massive Investitionen in Kitas und Schulen“, betont eaf-Bundesgeschäftsführerin Nicole Trieloff. „Dieses Versprechen muss die Bundesregierung schnellstmöglich einlösen! Jeder Tag, an dem Eltern sich nicht auf eine familienunterstützende Infrastruktur verlassen können und stattdessen mit Notlösungen jonglieren, ist ein Tag zu viel. Jeder Tag, an dem Kinder und Jugendliche von Fachkräften betreut werden, die längst am Limit arbeiten – und oft darüber hinaus – macht deutlich, wie dringend sich etwas ändern muss.“
Immer noch entscheidet die soziale Herkunft in Deutschland maßgeblich über Teilhabemöglichkeiten und Zukunftschancen. Eine funktionierende soziale Infrastruktur kann Ungleichheiten kompensieren und die Weichen für ein selbstbestimmtes Leben ohne Armut stellen. Niedrigschwellige Unterstützungs-, Beratungs- und Freizeitangebote, Förder- und Sprachunterricht, gute Kinderbetreuung, Anschluss an den öffentlichen Nahverkehr oder die Nähe zu einem Sportverein – all diese Möglichkeiten können Biografien prägen.
„Wesentliche Teile des Sondervermögens Infrastruktur müssen in die soziale Infrastruktur, in hochwertige Betreuungs- und Bildungsangebote, Jugendsozialarbeit und Familienbildung fließen“, fasst Trieloff zusammen. „Jede alleingelassene Familie schwächt das Vertrauen in die Demokratie. Jede ausgefallene Unterrichtsstunde ist ein Armutszeugnis. Es führt kein Weg daran vorbei, dass wir die Bildungs- und Betreuungskrise schleunigst in den Griff bekommen müssen. Davon profitiert unsere ganze Gesellschaft.“