Netzwerktreffen der eaf-nrw: „Familie sind wir alle“
Am 1. Juni 2026 hat die eaf-nrw zu ihrem ersten Netzwerktreffen nach Düsseldorf eingeladen. Unter dem Motto „Familie sind wir alle“ kamen Vertreter*innen aus unterschiedlichen Arbeitsfeldern zusammen – aus Praxis, Verwaltung, Lobbyarbeit, Beratung und Bildung. Ziel war es, Perspektiven zusammenzuführen, Verbindungen sichtbar zu machen und neue Formen der Zusammenarbeit zu eröffnen.
Im Mittelpunkt stand der Austausch. In zwei Workshopphasen wurde gemeinsam daran gearbeitet, Schnittstellen zwischen den unterschiedlichen Arbeitsbereichen zu identifizieren und gemeinsame Fragestellungen zu entwickeln. Unterstützt durch das Mitmachtool „Familie sind wir alle“ konnten Perspektiven gebündelt, sichtbar gemacht und direkt weitergedacht werden.
Dabei zeigte sich schnell, dass viele Themen über einzelne Arbeitsfelder hinausweisen. Fragen von Zeit, Teilhabe und Anschluss zogen sich durch zahlreiche Beiträge und machten deutlich, wie eng individuelle Lebenslagen von Familien mit strukturellen Rahmenbedingungen verknüpft sind.
Ausgehend von der zentralen Frage, an welchen gemeinsamen Themen wir als Netzwerk konkret weiterarbeiten sollten, entstand ein vielschichtiges Bild:
Ein erster Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie Familienthemen stärker sichtbar gemacht und politisch wirksam vertreten werden können. Öffentlichkeitsarbeit und Lobbyarbeit wurden als zentrale Aufgaben benannt, die gemeinsam weiterentwickelt werden müssen, um Familie in ihrer ganzen Breite in gesellschaftliche und politische Diskurse einzubringen. Eng damit verbunden ist die Herausforderung der Finanzierung. Viele Teilnehmende beschrieben die Schwierigkeit, tragfähige Finanzierungsstrukturen für Angebote zu entwickeln. Der Wunsch nach Austausch über Fördermöglichkeiten, gemeinsamer Akquise und tragfähigen Modellen wurde deutlich formuliert. Ein weiterer Fokus liegt auf der Entwicklung gemeinsamer Projekte. Die Teilnehmenden sehen großes Potenzial darin, Themen gemeinsam aufzugreifen und in Formaten zu bearbeiten, die an unterschiedlichen Orten anschlussfähig sind. Damit verbunden ist auch das Interesse, gute Beispiele sichtbar zu machen und voneinander zu lernen.
Deutlich wurde zudem die Bedeutung von konkreten Begegnungsräumen. Räume, in denen Austausch möglich ist, in denen Menschen gehört werden und in denen es auch darum gehen kann, ohne unmittelbaren Handlungsdruck zusammenzukommen. Diese Perspektive wurde ergänzt durch die Frage, wie Resilienz von Familien gestärkt und demokratische Erfahrungen im Alltag sichtbarer gemacht werden können. Ein zentrales Thema bleibt die Frage der Zugänge. Unter den Bedingungen knapper personeller und finanzieller Ressourcen stellt sich für viele Einrichtungen die Herausforderung, niedrigschwellige und barrierearme Angebote zu gestalten und miteinander zu vernetzen. Gleichzeitig wurden bereits konkrete Ansätze benannt, wie neue Zugänge entstehen können – etwa durch aufsuchende Formate oder die stärkere Integration von Beratungs- und Bildungsangeboten in bestehende Alltagsstrukturen.
Nicht zuletzt wurde das Netzwerk selbst als Ressource benannt. Der Wunsch nach einem kontinuierlichen Ideentransfer, nach Austausch von Erfahrungen und nach gemeinsamen Entwicklungsprozessen zieht sich durch viele Beiträge.
Ein weiterer zentraler Baustein des Treffens war die Perspektive eines Fachbeirats. In diesem Zusammenhang wurde die Bereitschaft zur Mitwirkung aktiv abgefragt und diskutiert. Bereits während der Veranstaltung haben sich acht Teilnehmende aus dem Netzwerk gemeldet, die ihre Mitarbeit in diesem Gremium einbringen möchten.
Da der Fachbeirat auf maximal zwölf Personen ausgelegt ist, zeichnet sich bereits jetzt ab, dass eine engagierte und zugleich breit aufgestellte Gruppe zusammenkommt, die unterschiedliche fachliche Perspektiven vereint und die Arbeit der eaf-nrw künftig begleiten und stärken wird. Die Wahl des Fachbeirats steht in Kürze an.
Die Ergebnisse des Treffens zeigen: Es gibt eine hohe Bereitschaft, Themen gemeinsam zu bearbeiten und neue Formen der Zusammenarbeit zu erproben. Die eaf-nrw versteht sich dabei als Plattform, die Perspektiven zusammenführt, Austausch ermöglicht und Impulse für die Weiterentwicklung von Angeboten und Strukturen gibt.
Die im Rahmen des Treffens entstandenen Fragestellungen bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Arbeit im Netzwerk und werden in die nächsten Schritte – insbesondere in den Aufbau des Fachbeirats – einfließen.