LAG-F im familienpolitischen Dialog
Am 27.03.2025, nahm die Evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie NRW – eaf-nrw, als Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft Familie NRW (LAG-F NRW) an einem Dialog mit dem „Arbeitskreis Kinder, Jugend und Familie“ der SPD-Fraktion im Düsseldorfer Landtag teil. Anlass war die Stellungnahme der LAG-F NRW zu den geplanten Kürzungen in der nordrhein-westfälischen Familienförderung im Haushaltsentwurf 2025.
Familienförderung unter Druck
Die LAG-F NRW hatte bereits im vergangenen Jahr mit großer Besorgnis auf die drohenden Einsparungen in essenziellen Bereichen wie Familienbildung, Familienberatung, Familienerholung, Familienpflege und Familienhilfe hingewiesen. Insgesamt stehen Kürzungen von knapp 10 Millionen Euro im Raum, die insbesondere Familien in schwierigen Lebenssituationen hart treffen würden. Die Stellungnahme betonte, dass eine starke Familienförderung keine freiwillige Leistung, sondern ein Grundpfeiler für den sozialen Zusammenhalt in Nordrhein-Westfalen sei.
Im Gespräch mit den Abgeordneten der SPD-Fraktion (MdL Dennis Maelzer, MdL Christin Siebel, MdL Sandy Meinhardt) machte die LAG-F NRW erneut deutlich, welche weitreichenden Folgen die Kürzungen hätten und faktisch haben. Besonders betroffen wären präventive Angebote, die langfristig dazu beitragen, soziale Probleme zu vermeiden. Die Vertreter*innen der SPD-Fraktion signalisierten Verständnis für die Sorgen der Familienverbände und betonten die Notwendigkeit, familienpolitische Strukturen nachhaltig zu sichern.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf als zentrales Thema
Neben den Haushaltskürzungen standen weitere familienpolitische Themen im Fokus des Austauschs. Insbesondere die unterschiedlichen Facetten der Vereinbarkeit von Familie und Beruf wurden intensiv diskutiert. Die LAG-F NRW machte deutlich, dass eine bessere Vereinbarkeit nicht nur eine Frage von Kita-Plätzen und Arbeitszeitmodellen ist, sondern umfassendere Konzepte benötigt, die auch Aspekte wie Pflege von Angehörigen, flexible Unterstützungsangebote und eine familienfreundliche Arbeitswelt berücksichtigen.
Vereinbarkeit als wirtschaftspolitischer, demografischer und demokratischer Faktor
Ein zentrales Argument im Gespräch war, dass eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht nur Familien entlastet, sondern auch wirtschaftspolitische Auswirkungen hat. Eine unzureichende Unterstützung für Familien führt dazu, dass Eltern – insbesondere Mütter – ihre Arbeitszeit reduzieren oder ganz aus dem Erwerbsleben ausscheiden. Dies verstärkt den Fachkräftemangel und hemmt die wirtschaftliche Entwicklung. Investitionen in eine familienfreundliche Infrastruktur zahlen sich daher nicht nur gesellschaftlich, sondern auch ökonomisch aus.
Der kommende Familienbericht der Landesregierung
Ein weiteres zentrales Thema war der derzeit in Erstellung befindliche Familienbericht der Landesregierung. Die LAG-F NRW betonte, dass dieser Bericht nicht nur eine Bestandsaufnahme sein dürfe, sondern konkrete Handlungsbedarfe aufzeigen müsse. Dabei sei es entscheidend, dass die Perspektiven von Familien selbst stärker berücksichtigt werden und die Erkenntnisse des Berichts in eine langfristige Strategie zur Stärkung der Familienförderung einfließen. Zudem wäre es dringend erforderlich, zukünftige Familienberichte um Punkte der Pflege und weitergehende Punkte zu erweitern, welche einer Vereinbarkeit mit Beruf über das Thema Kinder hinaus, massiv beeinflussen.
Die evangelische Arbeitsgemeinschaft Familie NRW wird den weiteren politischen Prozess aufmerksam begleiten und sich weiterhin mit Nachdruck für eine verlässliche und bedarfsgerechte Familienpolitik in Nordrhein-Westfalen einsetzen.
Weitere Informationen zur Stellungnahme der LAG-F NRW finden Sie hier