Kinder, Jugend und Familie – Wir haben einen Blick in den Koalitionsvertrag geworfen
Die neuen Koalitionspartner*innen, bestehend aus CDU, CSU und SPD haben ihren Koalitionsvertrag vorgestellt – und wir als eaf-nrw haben mit besonderem Blick auf die Belange von Familien, Kindern und Jugendlichen hineingeschaut.
Familien sind wieder Teil der politischen Debatte
Positiv hervorzuheben ist, dass zahlreiche Maßnahmen aufgenommen wurden, die Familien im Alltag konkret entlasten sollen. Ein jährliches Familienbudget für Alltagshelfer soll vor allem Haushalte mit kleineren und mittleren Einkommen stärken – ein Schritt in Richtung mehr Zeit und weniger Stress für Familien. Auch die geplante Förderung haushaltsnaher Dienstleistungen kann zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf beitragen.
Ein wichtiges Signal im Kampf gegen Kinderarmut ist die Erhöhung des Teilhabebetrags im Bildungs- und Teilhabepaket sowie die Prüfung einer digitalen Kinderkarte, die den Zugang zu Bildungs- und Freizeitangeboten erleichtern könnte. Doch digitale Lösungen erfordern auch eine gute Infrastruktur – nicht alle Familien sind hier ausreichend ausgestattet.
Konkrete Umsetzungen bleiben abzuwarten
In der Jugendpolitik sehen wir Fortschritte durch die geplante Einführung eines Kinder- und Jugendgipfels. Junge Menschen sollen damit dauerhaft eine Stimme auf Bundesebene erhalten. Auch wenn diese Beteiligungsform noch nicht gesetzlich verankert ist, stellt sie einen wichtigen Meilenstein dar – für mehr demokratische Teilhabe und Sichtbarkeit junger Perspektiven.
Weitere wichtige Punkte: Investitionen in Bildung, die Stärkung von Jugendberufsagenturen sowie eine bundesweite Strategie für mentale Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen. Letztere ist aus unserer Sicht dringend notwendig, um Prävention, Beratung und psychische Gesundheit stärker in den Fokus zu rücken.
Wir bleiben kritisch
Bei aller Zustimmung: Kritisch sehen wir die Einführung einer „neuen Grundsicherung“, die mit strengeren Mitwirkungspflichten und möglichen Leistungskürzungen verbunden ist – besonders für junge Menschen in prekären Lebenslagen kann dies zusätzlichen Druck erzeugen.
Unser Fazit: Der Koalitionsvertrag 2025 enthält viele vielversprechende Ansätze. Jetzt gilt es, die angekündigten Maßnahmen zügig und sozial gerecht umzusetzen – mit dem Ziel, Familien zu stärken und Kindern sowie Jugendlichen echte Zukunftschancen zu eröffnen.
Einen detaillierten Einblick entnehmen Sie gerne unserer anhängenden PDF.