Familie.Macht.Demokratie: Begegnungen, Gespräche und Beteiligung beim NRW-Tag in Münster
Drei Tage lang waren wir als Ev. Arbeitsgemeinschaft Familie NRW auf dem NRW-Tag in Münster präsent. Unter dem Dach der LAG-Familie NRW haben wir gemeinsam mit unseren Mitgliedsverbänden die Vielfaltsmeile mitgestaltet und einen Ort geschaffen, an dem Familienpolitik nicht nur vorgestellt, sondern unmittelbar erlebt werden konnte.
Der 80. Geburtstag des Landes Nordrhein-Westfalen war für uns mehr als ein Anlass zum Feiern. Er bot die Gelegenheit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, die tagtäglich erleben, was Familien stärkt, was sie belastet und welche Erwartungen sie an Politik und Gesellschaft haben. In unserer Pagode trafen Eltern auf Großeltern, Jugendliche auf Fachkräfte, Engagierte auf zufällige Besucher*innen. Immer wieder entstanden Gespräche über Zusammenhalt, Verantwortung und die Frage, wie Familien in einer demokratischen Gesellschaft mitgestalten können.
Familienpolitik beginnt im Gespräch
Im Mittelpunkt stand dabei unsere Kampagne „Familie.Macht.Demokratie“. Viele Besucher*innen nutzten die Gelegenheit, das Vorlesebuch „Mia macht Dampf“ kennenzulernen. Die Geschichte greift auf kindgerechte Weise auf, dass Beteiligung vor Ort möglich ist und dass auch junge Menschen erfahren können, dass ihre Stimme zählt. Gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Debatten oft von Polarisierung geprägt sind, wurde deutlich, wie wichtig Orte sind, an denen Mitgestaltung erlebbar wird.
Gleichzeitig luden wir mit dem Mitmachtool der eaf-nrw dazu ein, Gedanken, Erfahrungen und Wünsche einzubringen. Die zahlreichen Rückmeldungen zeigen, welche Themen Familien derzeit bewegen. Sie werden in die weitere Arbeit der LAG-Familie NRW einfließen und unter anderem bei der Online-Veranstaltung „Rechtsruck am Küchentisch“ (in Kooperation mit der Landeszentrale für Politische Bildung NRW) am 29. September 2026 sowie beim Werkstattgespräch mit den familienpolitischen Sprecher*innen von CDU und Grünen am 3. November 2026 eine wichtige Rolle spielen.
Die Stimmen hinter den Debatten
Die Gespräche machten deutlich, wie eng demokratische Teilhabe mit den Lebensrealitäten von Familien verbunden ist.
Walter (71) brachte es auf den Punkt: „In einer Gesellschaft müssen wir aufeinander achtgeben und einander zuhören.“
Florian (17) beschrieb den Wunsch vieler junger Menschen nach gesellschaftlichem Engagement, der oft an fehlenden zeitlichen Ressourcen scheitert: „Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich mich gerne für Geflüchtete einsetzen.“
Monika (57) formulierte eine Idee, die zahlreiche Gespräche aufgriff: „Es bräuchte ein Familienparlament.“
Auch die wirtschaftlichen Belastungen vieler Familien waren immer wieder Thema.
Dirk (57) erklärte: „Am stärksten zu schaffen machen Familien aktuell die hohen Ausgaben für das alltägliche Leben.“
Katrin (46) richtete den Blick auf Pflegefamilien: „Themen von Pflegefamilien finden in NRW nicht ausreichend statt. Es gibt zu wenig Aufmerksamkeit und Unterstützung und gleichzeitig unzählige Hürden.“
Die Rückmeldungen zeigen, wie vielfältig Familienleben heute ist und wie unterschiedlich die Herausforderungen sind, mit denen Menschen konfrontiert werden.
Besonders gefreut haben wir uns über die Besuche prominenter Gäste an unserer Pagode. Mit Staatssekretär Lorenz Bahr, Familienministerin Verena Schäffer und Schulministerin Dorothee Feller kamen Vertreterinnen und Vertreter der Landespolitik mit uns und den Besucher*innen ins Gespräch. Der direkte Austausch machte sichtbar, wie wertvoll es ist, wenn Politik die Perspektiven von Familien unmittelbar aufnimmt.
Der NRW-Tag hat einmal mehr gezeigt: Familien sind Orte gelebter Demokratie. Hier wird ausgehandelt, zugehört, getragen und Verantwortung übernommen. Wer Familien stärkt, stärkt damit auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die vielen Begegnungen in Münster haben uns darin bestärkt, diesen Dialog weiterzuführen und die Stimmen von Familien in Nordrhein-Westfalen hörbar zu machen.